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Malen mit Ölfarben: 10 Tipps, mit denen du loslegen kannst

 Foto: Günter Wintgens

Mit Ölfarben zu malen ist für mich persönlich die schönste und zugleich einfachste Art, eine Bildidee zum Ausdruck zu bringen.

 

Alles, was du dazu brauchst, sind Ölfarben, ein Malmittel, einen Malgrund und natürlich Pinsel.

 

Ein paar Stolpersteine birgt diese Maltechnik allerdings auch.

 

In diesem Artikel erfährst du, worauf du achten solltest, damit dir das Malen mit Ölfarben größtmöglichen Spaß macht:

 

  1. Ölfarben oder Acrylfarben: Was ist besser?

  2. Welche Ölfarben soll ich kaufen?

  3. Ölfarben für Studenten und Anfänger

  4. Der Unterschied zwischen Studienfarben und Ölfarben

      Exkurs: Eine Farbe teuer wie Gold

  5. Womit verdünne ich meine Ölfarben?

  6. Vor- und Nachteile einzelner Malmittel

  7. Geruchsfreier Terpentinersatz

  8. Ein paar Worte zur Gesundheit

  9. Gebrauchsfertig: wasservermalbare Ölfarben

10. Spezialseifen und Medien

 

1. Ölfarben oder Acrylfarben: Was ist besser zum Malen?

Tja, weder noch. Es sind schlicht zwei unterschiedliche Techniken. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. 

 

Acrylfarben haben seit jeher den großen Vorteil, dass sie mit Wasser vermalt werden. Aber selbst da holen die Ölfarben auf, wie wir weiter unten sehen werden. Du hast bei Acrylfarben nicht den Geruch von Lösungsmitteln. 

 

Das kann relevant sein, wenn du auf sehr großen Flächen und mit sehr flüssiger Farbe arbeiten möchtest. 

 

Ein weiteres Plus beim Malen mit Acrylfarben ist die schnelle Trocknung. Je nachdem, wie du malst und was du vorhast, kannst du vergleichsweise schnell die nächste Farbschicht auftragen. 

 

Ein Nachteil von Acrylfarben ist unserer Erfahrung nach, dass sie nach dem Trocknen anders aussehen als in nassem Zustand. Abhängig davon, wie hochwertig deine Acrylfarben sind, siehst du diesen Effekt mehr oder weniger deutlich. Du brauchst etwas Übung und Erfahrung, um beim Mischen der Farben einzuschätzen, wie diese in getrocknetem Zustand aussehen werden. 

 

Dazu kommen deine persönlichen Vorlieben. Ich selbst »schmiere« für mein Leben gern mit Ölfarben »rum«. Ich mag die Konsistenz, die Brillianz und die Art, wie sie verarbeitet werden. Die längere Trocknungszeit empfinde ich als Vorteil. 

 

Über die persönlichen Präferenzen hinaus gibt es jedoch einige Dinge, die du beachten und dir überlegen solltest, wenn du mit Ölfarben arbeiten möchtest. 

2. Welche Ölfarben soll ich kaufen?

 Foto: Günter Wintgens

Im Handel findest du verschiedenste Qualitäten von einer überschaubaren Anzahl von Herstellern. Von Ausnahmen abgesehen sind sie giftfrei und von guter bis sehr guter Qualität. Das spiegelt sich sehr deutlich im Preis

 

Abraten möchte ich dir eigentlich nur von den konkurrenzlos billigen Produkten, die hin und wieder in Discountmärkten angeboten werden. Diese haben mich persönlich nicht überzeugt. 


 

Der niedrige Preis geht meiner Erfahrung nach meist zulasten der Pigmentdichte. Das bedeutet, die Farben enthalten mehr Füllmaterial als Farbpartikel (Pigmente). Möglicherweise hast du dich auch schon mal darüber gewundert, dass du zwar viel Farbe nimmst, diese beim Malen aber nicht »satt« wirkt. 

 

Billigstprodukte zu meiden, gilt im Übrigen auch für Leinwände, aber nicht zwingend für Pinsel. Wie du zum Arbeiten auf der Leinwand und für die Aquarellmalerei die richtigen Pinsel findest, erfährst du hier.

3. Ölfarben für Studenten und Anfänger

Fast jeder Hersteller bietet eine Produktlinie für Studenten und Hobbymaler an, oft auch mit einem Einsteigerset mit 6 bis 8 Farbtönen. Stehst du gerade im Laden vor so einem Regal, dann greife zu!

 

Erkennen kannst du die Produktlinien an Bezeichnungen wie »Akademiefarben« oder »Studio-» beziehungsweise »Studienfarben«.

4. Was ist der Unterschied zwischen Studienfarben und Künstlerfarben?

Der Unterschied zwischen »Studienfarben« und so genannten »Künstlerfarben« oder »feinen Künstlerfarben« liegt ebenfalls in der Menge und Qualität der Pigmente. Je mehr Pigmente eine Farbe enthält, desto intensiver leuchtet sie. Die Pigmente, vor allem die natürlich gewonnenen, sind das Wertvolle in der Farbe. Für den Anfang reichen auf jeden Fall Studienfarben

Tipp

Bei der Wahl deiner Farben musst du nicht bei einer Marke bleiben. Ein Farbton wie etwa »Grüne Erde« sieht bei jedem Hersteller etwas anders aus. Ich empfehle dir, zu experimentieren. So findest du im Laufe der Zeit die »Grüne Erde«, mit der du am liebsten arbeitest. 



Exkurs: Eine Farbe teuer wie Gold

 Foto: Günter Wintgens

Eine der teuersten Farben neben echtem Purpur ist Ultramarin Blau. Wie der Name sagte, wurde der Rohstoff »jenseits des Meeres« bezogen – also von weit her. 

 

Tiefblau leuchtendes und lichtbeständiges Ultramarin wird aus echtem Lapislazuli gewonnen und ist nach wie vor das teuerste Blau der Welt.  

 


 

In früheren Zeiten lebten die Maler fast ausschließlich von Aufträgen der Kirchen oder Höfe. Viel Ultramarin Blau in einem Bild bedeutete, dass der Auftraggeber vermögend war. Vertraglich wurde genau festgelegt, wieviel Ultramarin verwendet werden musste und für welche Bildteile. 

 

Die wertvolle Farbe wurde genau ausgewogen und extra bezahlt. Das ist auch der Grund, warum der Mantel der Muttergottes auf religiösen Darstellungen in (Ultramarin)Blau dargestellt wurde, der Farbe mit dem höchsten Wert. Ultramarin hatte damals den Wert von Gold. 

Tipp

Kaufe dir am Anfang nicht gleich die großen Tuben. Diese sind zwar preisgünstiger, aber um herauszufinden, womit du gerne arbeitest, reichen auch mittlere Tubengrößen. 

 

Ausnahme: »Titanweiß« zum Mischen kannst du von Anfang an in großen Tuben anschaffen. 



5. Womit verdünne ich meine Ölfarben?

Ölfarbe wird selten so verwendet, wie sie aus der Tube kommt. Um sie besser vermalbar zu machen, verdünnst oder verdickst du die Ölfarbe so weit mit einem so genannten »Malmittel«, wie es deinen Bedürfnissen entspricht.

 

Malmittel, das sind Terpentine, Leinöl, Mohnöl, Sikkative, Harze, Firnisse und leichtflüchtige Lösungsmittel wie etwa Testbenzin. Sie werden den Ölfarben beigemischt, um ihre Konsistenz zu verändern, um ihre Trocknung zu verzögern oder zu beschleunigen. Mit einem Malmittel kann man Farbe transparenter machen oder ihr einen besonderen Glanz verleihen. 

 

 Insgesamt sind die meisten Malmittel für Spezialeinsätze gedacht und deshalb brauchst du sie als Anfänger eher nicht.

 Foto: Günter Wintgens


6. Vor- und Nachteile einzelner Malmittel

Manche Malmittel beinhalten hochflüchtige, explosive Inhaltsstoffe und sind deshalb bei falscher Anwendung auch gefährlich.

 

Balsamterpentinöl ist so ein spezielles Malmittel. Es riecht (für mich) sehr lecker, ist jedoch teuer und seine Ausdünstungen sind sehr giftig. Wenn du zudem in der eigenen Wohnung malst, solltest du dieses Mittel nicht verwenden.

 

Ich selbst male am liebsten mit Terpentinersatz. Das ist ein vielfältig verwendbares Lösungsmittel, das es in jedem Baumarkt für wenig Geld zu kaufen gibt. Terpentinersatz hat einen sehr typischen Geruch, den eigentlich jeder kennt, der einmal den Malern bei Lackierarbeiten zugeschaut hat. Man muss ihn mögen.

7. Geruchsfreier Terpentinersatz

Wenn das bei dir nicht der Fall ist, kannst du auch geruchfreien Terpentinersatz verwenden. Der ist dann »aromatenfrei«, wie es im Fachjargon heißt. Im Gebrauch tut er seine Arbeit genauso zuverlässig wie der übliche. Allerdings ist er bei hohem Verbrauch für deine Atemwege ebenso gesundheitsschädlich wie der normale Terpentinersatz. Das muss man wissen. 

 

Geruchsfreier Terpentinersatz ist vor allem von Vorteil, wenn du in der eigenen Wohnung malst.

Tipp

Auf jeden Fall empfehle ich dir, zwischendurch immer wieder gut zu lüften und weder in der Küche noch im Schlafzimmer mit Terpentinersatz zu arbeiten.

 

Am besten ist es, wenn du ein seperates Zimmer zum Malen nutzen kannst. Oder du findest eine Malschule oder ein Atelier, wo du malen und deine Sachen im besten Fall stehen lassen kannst. 


8. Einige Worte zur Gesundheit

 Foto: Günter Wintgens

 

Durch Verdunstung während des Trocknungsprozesses werden Stoffe freigesetzt und können somit in die Atemluft gelangen. Diese Stoffe kommen aus den Ölen und Harzen, die die winzigen Farbpartikel (Pigmente), aus denen alle Farben in der Hauptsache bestehen, zusammenhalten — und natürlich aus den Verdünnungsmitteln. 

 

Solltest du schwanger sein, unter asthmatischen Beschwerden leiden oder bestimmte Lösungsmittelallergien haben, musst du dennoch nicht auf das Malen mit Ölfarben verzichten. Du musst deine normalen Ölfarben nicht wegwerfen, wenn du umsteigen möchtest: Man kann sie mit Wasser vermalbar machen.


9. Gebrauchsfertig: Wasservermalbare Ölfarben

Einen Ausweg aus dem Dilemma mit den Lösungsmitteln bieten dir mit Wasser vermalbare Ölfarben. Du kannst sie bereits gebrauchsfertig im Fachhandel bekommen. Damit haben wir im Malkasten Warendorf bereits gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist die Farbe teurer als die normale Ölfarbe.

10. Spezialseifen und Medien

Es gibt im Fachhandel auch ein spezielles Medium, das du der herkömmlichen Ölfarbe zugeben kannst, um sie mit Wasser vermalbar zu machen. Damit kannst du auch deine Pinsel reinigen. 

 

Darüber hinaus werden auch Spezialseifen angeboten, die zusammen mit Wasser und der Ölfarbe eine Emulsion, also eine Verbindung von fettigen und wässrigen Bestandteilen bilden (wie etwa in Milch oder Mayonnaise), sodass man ganz ohne Lösungsmittel auskommen kann.

 

Wir haben Spezialseifen vor Jahren selbst ausprobiert. Ehrlich gesagt waren wir mit den Ergebnissen nie ganz zufrieden. Der Trocknungsprozess dauerte ewig und die Farben wirkten merkwürdig ausgebleicht und kreidig. Vielleicht haben wir auch nicht alles richtig gemacht!?

 

Aber je nach dem, was du erreichen möchtest, ist es möglicherweise genau das richtige Malmittel für dich. Probiere es aus!


Wer schreibt hier?

Fotoportrait der Künstlerin Susanne Koheil

Hallo, ich bin Susanne Koheil. 

Zusammen mit meinem Mann, dem Kunstmaler Günter Wintgens, betreibe ich das Atelier Malkasten Warendorf. 

 

Wenn ich nicht gerade Freizeitkünstlerinnen und -künstler bei ihren Projekten unterstütze, arbeite ich an meinen eigenen Bildern. Oder ich entspanne mich beim Sport und meiner täglichen Kriya Yoga Meditation. 

 

Hier kannst du mehr über uns erfahren. 

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